Alles fing bereits in der ersten Jahreshälfte 2024 an, als sich der Jubiläumsausschuss (Stephan Härtel, Friedhelm Otto, Carsten Freese, Rudolf Fricke, Dirk und Lukas Potrafke, Mirko Connemann, Jürgen Fuhs und nicht zuletzt Stefan Titz) zum erstenmal traf und den Rahmen für unser Jubeljahr diskutierte. Heute nennt man das „Brainstorming“.
Es kamen viele, viele gute Ideen zusammen. Ganz vorne stand die Fertigung einer Festschrift, die den Namen „unsere“ Jubiläumsfestschrift auch verdient. Nur sehr wenig Werbung (4 oder 5 Seiten) und dank Stephan`s unermüdliche Ermittlungsarbeit in den Archiven dieser Welt sowie Stefan`s Sammlung sämtlicher Presseberichte ab den achtziger Jahren, eine historische Abhandlung unseres Vereins in diesen 100 Jahren:

Jedes Vereinsmitglied unseres Vereins war aufgefordert seine persönlichen Archive mal zu durchleuchten und Geschichten oder Fotos beizutragen. Ein halbes Jahr wurde an dieser Festschrift gearbeitet. Wir sind der Auffassung, dass uns mit dieser Festschrift eine sehr gute Ausgabe gelungen ist.
Wer noch keine Ausgabe dieser Festschrift besitzt, kann die Festschrift gerne während der Trainingszeiten im Verein abholen. Sie wird Vereinsmitgliedern kostenlos ausgegeben.

Neben dem feierlichen Teil unserer Jubiläumsveranstaltung, freute es uns ganz besonders Deutschlands beste Schachspielern, GM Elisabeth Pähtz, bei uns begrüßen zu dürfen. Sie hielt zuerst einen Vortrag über Kombinatorik und spielte danach simultan gegen 28 Spieler. Wobei wir zunächst 26 Bretter eingeplant hatten, aber 2 Kinder nachträglich unbedingt mitspielen wollten. Elisabeth erklärte sich bereit, das beide Kinder nachträglich an beendeten Brettern eingesetzt werden dürften.
Unsere Jubiläumsveranstaltung durften wir zu unserer großen Freude im Ratssaal der Stadt Bergheim abhalten. Tolle Atmosphäre, tolle Technik und eine super Betreuung durch Mitarbeiter der Stadt ließen den Tag zu einer großen Sternstunde unseres Vereins werden. Ehrengäste waren Herr Mießeler (Bürgermeister und Schirmherr), Herr Chadt-Rausch (Präsident des Schachbundes NRW), Herr Winterwerb (Vizepräsident des Schachbundes NRW), Frau Elisabeth Pähtz (deutsche Schachgroßmeisterin), Herr Fuhs (Schachverband Mittelrhein), Herr Hansel und Herr Kaiser (Kölner Schachverband) und Herr Schwarzhoff (Schachbezirk Rur-Erft).
Erinnern möchte ich an unser Simultanturnier in Bergheim-Oberaußem am 27.06.1971. Kurz zuvor im Mai 71 verlor er im Viertelfinale unglücklich den Wettkampf gegen den Exweltmeister Tigran Petrosjan.
Dieses spannende Schachturnier hatte schlussendlich Stefan Bien vom SV Horrem 1948 mit 4 aus 5 möglichen Punkten dank einer Feinwertung gewonnen. Es folgten Achim Reinartz von den SF Düsseldorf-Süd auf dem zweiten Platz, der vereinslose Wolfgang Tochtenhagen auf den dritten Platz sowie Leo Evers von den SF Jülich 2013 e. V. auf dem vierten Platz. Den fünften Platz und damit letzten Preisrang belegte Max Bouaraba vom SV Dormagen 1947. Außerdem wurden weitere 16 Rating- und Sonderpreise vergeben.
Das Turnier war nach Auffassung der Gäste gut organisiert und kam auch dank der fürsorglichen Betreuung durch die hiesigen Vereinsmitglieder sehr gut bei den Spielern an.

Dieses Jahr fand im August nach langer Pause wieder ein Familien- bzw. Sommerfest statt. Über 50 Teilnehmer haben teilgenommen. Das ganze Fest wurde auf jeden Fall durch unseren neuen Pavillon verschönert. Viele brachten wieder Salate, Kuchen und andere Leckereien mit. Friedhelm übernahm wieder den Posten des Grillmasters. Leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter. Pünktlich zum Beginn des Festes fing es an zu regnen. Erst zwei Stunden später erbarmte sich der Wettergott und erlöste uns hiervon. Aber – mit drei Pavillons waren wir gewappnet – so dass alle trocken durch unsere Feier kamen.
Im Frühjahr hatte der Deutsche Olympische Sportbund eine umfangreiche Vereinsförderung ausgelobt. Unter anderem können Vereine für Maßnahmen der Mitgliedergewinnung bis zu 1000 Euro erhalten. Da hat der Vorstand sofort die Chance ergriffen und ein neues Pavillon angeschafft. Eigentlich wollten wir damit schon beim letzten „Bergheim aktiv“ in der Bergheimer Fußgängerzone auftreten, leider dauerte die Beantragung aber zu lange.
Arnold Huhndorf, seines Zeihens FIDE-Meister, bietet schon seit zwei Jahren ein regelmäßiges Training im Verein an. Dieses wurde bisher von vielen Mitgliedern begeistert angenommen. Es entstand eine freundschaftliche Beziehung zwischen ihm, dem Verein bzw. einzelnen Vereinsmitgliedern.
Nach langer Pause konnte unser Verein wieder ein Schachwochenende in einer Jugendherberge organisieren und tatsächlich auch durchführen. Das letzte war eigentlich in 2020 schon gebucht, musste aber wegen Corona abgesagt werden. Diesmal ging es Mitte Juni nach Nideggen. Die Jungendherberge liegt direkt am Ortsrand und am Rand des Nationalparks Eifel und bot daher vielfältige Freizeitmöglichkeiten.

Wie in den Jahren zuvor ist der Bergheimer Schachverein immer mit einem Stand beim Oberaußemer Pfarrfest vertreten. Von 12 bis 18 Uhr war unser Stand immer von vielen Kindern belebt. Kinder, die bereits die Regeln beherrschten, aber auch Kinder ohne jegliches Wissen vom Spiel waren mit Begeisterung dabei. Immer wieder war ich von Kindern erstaunt, die zielgerichtet zum Stand kamen, kurz die Lage peilten und mich oder einen anderen Schachveteranen dann selbstbewusst ansprachen: „Ich möchte, dass Sie mir jetzt das Schachspielen beibringen“.
Die Sommerferien sind vorbei, der Alltag hat uns wieder. Alle versuchen sich zwischen den vielfältigen und verwirrenden Corona-Regeln irgendwie zurecht zu finden. Wie sagt unser Schachfreund Ingo: „Soll ich jetzt vor lauter Angst vor dem Tod nicht mehr am Leben teilnehmen.“ Im direkten Gespräch hatte er da zunächst ein Glas Rotwein im Sinn. Aber wir kamen schnell überein, dass das auch für das Schachspielen gilt.
Wer ein begeisterter Schachspieler ist, nimmt nicht nur ein Schachspiel auf eine einsame Insel mit sondern muss auch während Coroana weiter seinem Hobby frönen. Aktuell spielen wir wie auf den Bildern zusehen ist, mit zwei Spielsätzen an zwei Tischen. Somit können wir weiterhin Abstand halten. Erfreulich ist, dass sich weiterhin alle an die Hygieneregeln halten.
Wir können uns glücklich schätzen, dass uns der BVO erlaubt, im großen Saal des Bürgerhauses zu spielen. Letzten Mittwoch trafen wir uns zwischen 18 und 21 Uhr mit ca. 15 Spielern und durften nach der mehrmonatigen Durststrecke wieder am Schachbrett sitzen. Das zurzeit nicht geblitzt werden kann, war allen egal. Hauptsache mal wieder einem realen Spieler gegenübersitzen und einfach am Brett zu spielen. Wunderbar. Unsere 2-Brettlösung an zwei gegenüberliegen abstandswahrenden Tischen wurde von allen bereitwillig akzeptiert. Vor allem unsere Kinder und Jugendlichen waren alle pünktlich vor Ort und wollten unbedingt wieder spielen. Einige ältere Spieler waren auch vor Ort. Hier schien aber das Bedürfnis größer zu sein, erst einmal wieder mit den Schachfreunden zu klönen.
Wichtig ist uns auch, dass sich alle Spieler und Besucher beim Eintritt die Hände desinfizieren und sich in eine Anwesenheitsliste eintragen. Während des Spielabends benutzt jeder Spieler ein festzugeordnetes Schachset, welches beim Wechsel eines Gegners mitwandert. Zum Schluss wird das Schachset und der Tisch vom Spieler mit einem Desinfektionstuch bzw. -spray gereinigt und weggeräumt. Jeden Spielabend wird ein Vereinsmitglied verantwortlich für die Einhaltung der Hygieneregeln sein. Auf dem Bild hatte Stefan am ersten Abend den Job übernommen. Er saß aber nicht, wie auf dem Bild zu sehen, den ganzen Abend am Eingang. Am Anfang war es zwar erforderlich, da alle Fragen zum Ablauf hatten; später aber konnte er auch die Zeit genießen, sich mit Schachfreunden austauchen.
Mit großer Betroffenheit haben wir erfahren, dass unser lieber Georg am 3. Juni im Alter von 89 Jahren verstorben ist. Seit nunmehr über 60 Jahren hat uns Georg im Verein nicht nur die Treue gehalten, sondern ihn auch maßgeblich mitgestaltet; zuletzt als Ehrenvorsitzender. Ende der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts verschlug es Georg nach Köln und kurze Zeit später nach Oberaußem. Hier gründete er eine Familie, baute eigenhändig sein Haus und trat 1959 in Bergheim unserem Verein bei. Neben seiner schweren Arbeit, ließ er es sich nicht nehmen, seinem Hobby zu frönen. Ich kann mich gut an seine Erzählungen erinnern, dass er trotz 12-Stundenschichten und unzähliger Überstunden übermüdet zum sonntäglichen Mannschaftskampf antrat. Das sah er als seine Pflicht an. In all den Jahrzehnten ging ihm diese Pflichterfüllung über alles. Der Verein ginge vor. Deshalb wurde er, auch aus diesem Grund, 1997 zum Vorsitzenden gewählt. Unvergesslich war auch sein Einsatz für unsere Jugend. „Die Jugend ginge vor“, „die Jungen müssten nach vorne“. Immer nahm er sich die Zeit jungen Spielern seine Erfahrung weiterzugeben. Ich glaube, es gibt keinen einzigen Bergheimer Spieler, der nicht bei Georg „in die Lehre“ gegangen ist. In den letzten Jahren, trafen ihn schwere familiäre Schicksalsschläge und seine gesundheitlichen Einschränkungen, insbesondere seine fortschreitende Erblindung, machten ihm schwer zu schaffen. Trotz allem verließ ihn nicht der Mut und er besuchte uns weiterhin am Vereinsabend. Zum Schluss konnte er kaum mehr die Figuren sehen, nichtsdestotrotz wollte er unter uns sitzen und unser Geplauder mitverfolgen. Wir werden ihn schmerzlich vermissen. Seine Ratschläge, seine positive Einstellung, seine Stärke, aber auch seine Ruhe werden uns fehlen. Ein ganz Großer unseres Schachvereins hat uns verlassen. Wir werden sein Andenken immer in Ehren halten.
So kam es, dass wir am ersten Sonntag des Jahres dann mit 23 Mitgliedern, Kindern und Eltern die Synagoge besuchten. Der größere Teil der Gruppe verabredete sich in Oberaußem und fuhr nach Weiden-West, wo die restlichen Teilnehmer dazu stießen. Vor hier aus fuhren wir mit der Straßenbahn in die Innenstadt. Nach 10 Minuten Fußweg erreichten wir die Synagoge in der Roonsstraße.
Der Verein trauert um seinen Vereinskameraden Josef Radlinger. Er wurde stolze 97 Jahre als und war somit unser ältestes Vereinsmitglied. Josef spielte in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts zunächst in Horrem und wechselte später zum neugegründeten Schachverein Oberaußem-Niederaußem. Nach der Zusammenlegung der Vereine Oberaußem und Bergheim spielte er
noch aktiv in der Mannschaft bis 1980 /81. Nach einigen weiteren Jahren musste er das Schachspielen aus gesundheitlichen Gründen aufgeben; verbliebt uns aber immer als passives Mitglied im Verein.

waren viele Eltern, die nach unseren Kinder- und Jugendtraining fragten, aber auch ältere Interessierte, die früher mal gespielt hatten, aber leider in den letzten Jahren keine Zeit hatten, nun aber wieder Lust hätten. Klar ist, dass wir mal abwarten müssen, wer nun den „weiten“ Weg nach Oberaußem auf sich nimmt. Auf jeden Fall haben mich die Vielzahl der konkreten Anfragen überrascht. Ganz zu schweigen von der vielen Laufkundschaft, die unseren Flyer mitgenommen hatten. Ich fand das war eine tolle Werbever-anstaltung für unseren Verein.
Beim diesjährigen Brötchenturnier in Erftstadt am 9. November spielten aus unserem Bezirk 9 Spieler aus den Vereinen Bergheim, Düren-Derichsweiler und Ford Düren mit. Wir bildeten zwei gemischte Vierermannschaften und nannten uns „Wir können auch anders“ und „Die wilde 13“. Brötchenturnier deshalb, weil es in der Halbzeitpause kostenlos 1000 belegte Brötchen, vorwiegend mit „rheinischer Fleischmarmelade“ (also Mettbrötchen) gibt. Es spielten insgesamt 60 Vierermannschaften aus Nah und Fern mit. Der Spaß stand wieder im Vordergrund. Manche Spieler waren kostümiert, für andere war die Geselligkeit mit Biertrinken etc. wichtiger und so einige Spieler waren anscheinend nur wegen der Mettbrötchen gekommen. Die Kunst möglichst viele Brötchen auf einer Armlänge zu stapeln bzw. zu balancieren wurde von so manchem hungrigen Teilnehmer perfektioniert. Gespielt wurde ein 15rundiges Blitzturnier. Die Mannschaftsaufstellung durfte bei jeder Runde getauscht werden. Ein Mannschaft konnte auch mit mehr als vier Spieler antreten und bei jeder Runde tauschen. Das Turnier begann um 19 Uhr und dauerte bis 1:30 Uhr nachts.
Wenn man nachrechnet, wundert man sich über die lange Dauer. Aber zwischen jeder Runde gab es längere Pausen, weil zum Teil vergessen wurde die Ergebnisse zu melden. Das Nachfragen der Turnierleitung im Saal dauerte dann leider immer etwas. Und mit Fortschritt des Turnieres und steigendem Alkoholpegel vergaß so mancher die Turnierordnung. Aber es war alles noch „im Rahmen“. Und alle waren bis zum Schluss mit Eifer und Spaß dabei. Ich habe mich besonders über unsere beiden gemischten Teams gefreut. Das zeigt doch, dass unser Schachbezirk doch einen guten vereinsübergreifenden Zusammenhalt hat. Solche persönlichen vereinsübergreifenden Kontakte sind doch der Kitt jedes Bezirks oder Verbandes. Hierfür möchte ich mich besonders bei Jürgen bedanken, der sich jedes Jahr aufs Neue engagiert und Teams zusammenstellt. Schön war am Ende auch, dass wir mit unserem Team „Wir können auch anders“ den 14. Platz belegt haben. die „Die Wilde 13“ belegte den 46. Platz. Die ersten Plätze gingen an „Koblenz Revival“, „Bier für Trier“, „Jannis Weber Fanclub“, „Scheiß auf Diesel“ und „Elberfeld 1“.
Am 2. September fand wieder unser jährliches Familienfest statt. Es hatten sich knapp 60 Vereinsmitglieder, Familienmitglieder und Freunden an der Oberaußemer Windmühle eingefunden. Wir hatten Glück, denn das Wetter war uns hold. Alle waren von der neuen Location begeistert. Diese wird seit einigen Jahren liebevoll vom Oberaußemer Mühlenverein e.V. restauriert. Wir waren beeindruckt von den vielen liebevoll zusammengetragenen Möbel und dekorativen Accossoirs, die nun die Mühle im Innern verschönern. Nicht unerwähnt lassen sollte man auch die um die Mühle angelegte und schön gepflegte Anlage.
Am 29.06. fuhren wir als Schachverein in die Jugendherberge nach Prüm.
Die Erwachsenengruppe gewann knapp mit einem Punkt Vorsprung. Es war wieder überraschend, wie schnell die Kinder hier waren. Wenn eine neue Mattkombination gezeigt wurde und ich noch den König in der Stellung suchte, kam häufig schon die Lösung aus der Juniorgruppe. Unser nicht spielender Begleittross verbrachte dagegen den Abend in gemütlicher Runde im Bistro der Jugendherberge.



Neben Dimitrios Zisimou vom Verein Lendersdorf und mir, bildeten Franz-Josef Bauchmüller vom Verein Düren-Derichsweiler und Jürgen Fuhs aus Bergheim noch unser Team „Die wilde 13“.
Es war wieder mal so weit. Vom 1.-3. Juli 2016 fuhr unser Verein wieder für ein Wochenende in eine Jugendherberge.